Tipp über Azoren allgemein, Allgemeines von Cora_van_Berg
Urlaub in der Nachsaison 2008
geschrieben am 16.10.2008
In diesem Jahr haben wir unseren Urlaub Ende September bis Mitte Oktober auf drei Inseln der Azoren verlebt. Wer einmal wirklich ausspannen und vom Alltagsstreß herunterkommen will, sollte diese Reise tun.
Gestartet sind wir auf Sao Miguel, wo wir den Westen der Insel mit den beiden bekannten Seen angesehen haben.
Danach sind wir für 5 Tage nach Flores geflogen. Dort haben wir ein nettes Zimmer in der Residencial Agonauta gehabt. Das Wetter war zuerst sehr schön. Wir haben eine schöne Wanderung zum Aussichtspunkt mit Blick auf die Wasserfälle und über das Meer, weiter zu einem See, der von den Wasserfällen gespeist wird, vorbei an einer Mühle, wo eine Bäuerin aus getrocknetem Mais Mehl mahlen ließ, gemacht. Die Flora ist wirklich einzigartig auf der Insel.
Den Tag darauf legten wir einen Badetag am Naturschwimmbecken von Faja Grande ein, da das Wetter traumhaft war. Die Wassertemperatur lag bei 23°C.
Dann erwischten uns zwei schaurige Tage. An einem Tag fuhren wir die Insel mit dem Leihwagen ab. Die Ostküste hatte schnell wieder Sonnenschein.
Den Weg zur Schwefelquelle gaben wir nach 700 m auf, da alles sehr naß und rutschig war. Der Weg geht zu steil hinab.
Einen Nachmittag blieben wir in der Bibliothek von Agonauta und schmökerten in den Reiseführern und Geschichtsbüchern. Wir waren sehr gut aufgehoben in dieser Pension.
Vier Restaurants hatten in dem kleinen Ort offen, wo wir abends guten Fisch und Rindfleisch serviert bekamen. Das italienische Restaurant probierten wir auch. Preis-Leistung stimmt hier nicht, es ist überteutert. Die landestypischen Restaurants lassen da den Frust wieder vergessen.
Das subtropische Klima ist auf Flores besonders ausgebildet. Die Badehandtücher blieben ab sofort feucht bis naß.
Die zweite Station war Faial für 5 Tage. Hier wählten wir das Ferienhaus von Casanaponte. Wir hatten schön viel Platz und fühlten uns sehr wohl. Von hier fuhren wir die Insel nach Badebuchten ab. An den Superstränden konnte man auch gut schwimmen. Die Naturbecken haben wir nur angesehen, da das Meer doch schon zu unruhig war. Im Sommer soll der Atlantik still daliegen, dann kann man dort auch schwimmen.
Das Gebiet um den jüngsten Vulkan haben wir uns angesehen, es ist beeindruckend. Zur Caldeira sind wir raufgefahren, aber die Woklen hingen sehr tief, daß man alles in dem Krater nur erahnen konnte. Wir haben dann einen kleineren Nebenkrater aufgesucht, in den wir eingestiegen sind. Wir ließen uns nun von den Wolken nicht mehr vertreiben.
Zwei Wanderungen an den Levadas haben wir gemacht. Die erste war wild romatisch. Aber die Levada wird nicht mehr genutzt, und damit nicht mehr gepflegt. An einer Seite mußten wir aufgeben, weil der Hang abgerutscht und abgesperrt war. Zur anderen Seite sind wir an einem Punkt auch umgekehrt. Hier war die aufgestelzte Levada (wie eine Brücke) in der Mitte etwas durch das Erdbeben weggerutscht und lehnte nur noch an einem Baum.
Die zweite Wanderung war sicherer und gut begehbar.
Horta haben wir uns mit dem Café Peter angesehen. Zu dieser Jahreszeit liegen nicht mehr so viele Segelboote im Hafen, aber etwas Atmosphäre haben wir noch mitbekommen.
Etwas problematisch ist es mit den Restaurants zu dieser Zeit. Die meisten haben schon zu. 8 km von der Unterkunft haben wir im "Bela Vista" gut essen können. Dienstags ist Ruhetag, am letzten Tage war es ganz zu. Die anderen Restaurants in der Nähe hatten mittags bis nachmittags noch einmal geöffnet. Ansonsten bleibt nur die Fahrt nach Horta.
Dafür ist der Bäcker in Cedros wirklich gut. Es gibt frische Brötchen, die von den Azoreanern in mehreren großen Plastiktüten nach Hause getragen werden. Wir sind jeden Vormittag zum Frühstück erschienen und haben frische Brötchen mit Käse und Schinken zubereitet bekommen.
Die Wale und Delphine kann man auch nur im Sommer beobachten, wenn die See glatt ist. Es wird mit Schlauchbooten bis auf 50m Sichtweite herausgefahren. Dann sind auch die Walbeobachtungsposten besetzt.
Die letzte Station war wieder auf Sao Miguel. Diesmal haben wir unser Quartier im Convento Sao Francisco in Vila Franca ausgesucht. Das ist wirklich eine sehr ausgefallene Unterkunft. Das Convent strahlt das historische Erbe aus, ist aber trotzdem zeitgemäß. Wir waren 3 Nächte leider die einzigen Gäste, so daß uns das ganze Haus zur Verfügung stand. Abends kann man in einer sehr schön gestalteten kleinen Halle sitzen, oder von dort auf eine Terrasse herausgehen und die lauen Nächte genießen. Das beste ist, man läßt alles einfach auf sich wirken.
Von hier kann man sehr gut den Ostteil der Insel erkunden. Hier gibt es so viele sehenswerte Dinge: Furnas mit seinen heißen Schwefelquellen, die Fahrt hoch zum Lagoa do Fogo, weiter zur Caldeira Velha mit dem Wasserfall (lauwarmes Wasser), der das Becken speist, oder die Fahrt an der Ostküste entlang, etc.
Als Resümee kann man sagen, daß man zu dieser Zeit die Inseln mit ihrem subtropischen Klima genießen kann. Man kann in das angenehme warme Wasser des Atlantik gehen (ich war jeden Tag im Meer). Man kann Wanderungen unternehmen. Wenn es regnet, regnet es nicht den ganzen Tag durch, manchmal nur eine halbe Stunde, wobei es sich nicht abkühlt. Die Wolken hängen meist an den Berggipfeln und dazwischen. Die Küsten haben meist Sonnenschein.
Machmal hat man keinen Handyempfang. Man kann die Seele baumeln lassen.
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